Schenken wir zu viel zu Weihnachten?

Unsere Tochter hat viel Spielzeug, Bücher und Kleidung – sie braucht eigentlich nichts. Natürlich ist Weihnachten aber das Fest der Geschenke und Schenken macht auch Spaß. Drei Dinge sollte sie bekommen.

Bei dreien blieb es nicht. Nach und nach sind immer mehr Geschenke in das Geschenke-Versteck gewandert und ich frage mich:

  • Schenken wir unserem Kind zu viel zu Weihnachten?
  • Wie soll sie das alles nur wertschätzen?
  • Überfordern wir sie damit?

In den letzten Tagen wurde mir klar, dass es eigentlich nicht „zu viele“ oder gar „zu wenige“ Geschenke gibt. Die Frage müsste, jedenfalls bei uns, wirklich lauten:

  • Bringen wir ihr die richtigen Werte bei?

Meine Oma erzählte von Ihrer kleinen Schwester, die kurz vor dem Beginn des zweiten Weltkriegs geboren wurde und in der Kindheit nie Spielzeug geschenkt bekam. Und ehrlich gesagt, so weit in die Vergangenheit müssen wir nicht einmal zurückschauen – es gibt etliche, die nicht einmal ein Zuhause haben.

Unsere Tochter ist drei Jahre alt – sie kann bestimmt verstehen, dass nicht jedes Kind zu Weihnachten einen Sack voller Geschenke bekommt. Aber Dankbarkeit ist für sie ein abstrakter Begriff, den sie noch nicht versteht.

Auch der Hinweis in der KiTa, die Kinder sollen „artig“ sein, damit sie Geschenke bekämen, ist für sie noch nicht greifbar. Was ist denn artig, fragte ich sie. Da darf man dann das Adventskalendertürchen in der KiTa aufmachen, antwortete sie.

Auch die Drohung „Sei lieb, sonst bekommst bekommst du keine Geschenke!“ hat ein Verfallsdatum – und überhaupt, lieb sein, für Geschenke? Was ist denn dieses Lieb-Sein überhaupt? Nicht nerven, keinen Blödsinn machen?

Ich finde es doof, Geschenke als Erziehungsmittel einzusetzen – und doch ertappe ich mich dabei. Wir selbst messen den Geschenken vermutlich viel zu viel Wert bei – und vielleicht ist es das, was wir an unsere Kinder weitergeben, aber nicht wollen?

Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie ich als Kind ganz spezielle Wünsche hatte, die nicht erfüllt wurden – und an meine Enttäuschung. Ich könnte mich immernoch darüber ärgern. Enttäuschung wegen der Wünsche, die nicht verstanden und erfüllt wurden? Das gibt es nicht nur zu Weihnachten, aber bei diesem Fest sind die Erwartungen so hoch…

Das Glück braucht keine bunte Schleife
und Liebe keine Jahreszeit
wir könnten täglich nach den Sternen greifen,
sie, sind nicht so weit.

Eigtnlich könnte es ganz einfach sein. Weihnachten ist eine Zeit, in der wir zusammenkommen und es uns gut gehen lassen. Und das ganze restliche Jahr nehmen wir uns ebenso Zeit füreinander. Wenn ich mit meinem Kind Zeit nicht nur verbringe, sondern aktiv nutze, um ihr meine Werte zu vermitteln, ist das ein Geschenk für’s Leben.

Auftauchen

Die reale Welt fordert, ständig will jemand etwas, nie hat man Ruhe.

Es ist so schön behaglich in der fiktionalen Welt, wenn ich nur die richtige Fiktion gefunden habe. Ein Buch, dass ich nicht mehr aus der Hand legen kann, mit dem ich die Nacht durchwache, halb lesend, halb träumend.

Irgendwann bin ich weit, weit weg. Das Ufer der Realität nicht mehr sichtbar, versunken im Ozean der Träume, endlich loslassen und treiben lassen…

Pflicht, Sorge, Leistung, Produktivität – ziehen mich zurück.
Liebe zieht nicht. Liebe wogt, macht kleine Wellen. Liebe lässt mich freiwillig wieder auftauchen.
Aber das Ziehen und Zerren verändert den Wellengang.

Warum rege ich mich auf?

Ich hab‘ Hormone. Schwangerschafts-Hormone, die mich emotionaler werden lassen, als ich sonst so bin. Im „Normalzustand“ kann ich schon nicht besonders gut über den Dingen stehen, aber jetzt… Oh man, jetzt kann ich es selbst kaum mit mir aushalten 🙁

Ich mag es, Menschzen zu helfen. Das ist auch größtenteils das, was meinen Job ausmacht. Das macht mich einfach glücklich, irgendwie definiere ich mich auch darüber. Ich bin ein Helfer-Mensch. Aber leider lege ich oft mein ganzes Herzblut in etwas hinein, versuche besser zu sein, als ich bin, versuche, über mich hinaus zu wachsen und gebe mehr, als ich sollte.

Klar, den anderen kann das egal sein – das ist nicht schlimm, wenn es so ist. Hauptsache, sie wissen, dass ich da bin, um zu helfen. Aber für manche bin ich nur der Blitzableiter. Manche legen jedes Wort negativ aus. Manche wollen immer mehr und mehr und sagen nie ein nettes Wort dabei, denn ich mache ja schließlich nur meinen Job, ich werde ja dafür bezahlt.

Es nervt zwar oft, aber irgendwie schaffe ich es, ‚drüber zu stehen. Nur jetzt eben nicht, wo es doch so wichtig ist, gelassen zu sein. Stress ist doch Gift für das Baby. Warum rege ich mich so auf und warum lasse ich mich von Menschen verletzen, die ich sonst ignorieren kann?

Ich muss etwas machen, aber im Moment weiß ich noch nicht, was das ist. Nichts mehr sehen, hören, sagen? Mich ablenken mit guten Dingen? Meditieren?
Um mit einer positiven Note zu enden:
Erkenntnis ist der erste Schritt.

Zeit für Neues

Da zappelt wieder etwas in mir: eine kleine Motivation, entspannter zu werden. Ich versuche es einfach mal. Ich versuche, mich nicht über Dinge zu ärgern, die ich nicht ändern kann. Ich mache mir keinen Druck, weil ich nicht „produktiv genug“ bin – also, versuchen kann man es ja mal, oder?

Ich muss mir selbst getatten, dass diese Sache soetwas Unproduktives ist, wie Fanfiction lesen 😀

Warum also bloggen oder schreiben? Ich merke, dass es mir hilft, Gedanken zu formen. Ich kann produktiv sein, ohne Unordnung zu machen. Ich kann Selbstgespräche führen, ohne mich mich dabei beobachtet zu fühlen. Na, das stimmt nicht, ich fühle mich schon beobachtet. Vor allem, wenn es um das Thema „Erziehung“ geht. Da kann man ja finden, was man will – irgendwie gibt es immer jemanden, dem da etwas nicht passt 😉 Also werde ich dieses Thema hier einfach aussparen.

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