Wie viel erzähle ich über mein Kind im Blog?

Die Sache mit den Fotos von Kindern im Internet ist eine sehr sensible und schon so oft besprochen worden. Jede/r macht sein Ding und muss es mit seinem Gewissen vereinbaren, solange die Kinder noch nicht mündig sind.

Aus dem Familienalltag

Ich frage mich jedoch, was ist mit dem, was man über die Kinder in seinen Texten preisgibt – öffentlich im Internet – so für einfach alle und jeden?
Einerseits gibt es die Texte, in denen man selbst Dinge verarbeitet, die einen Bezug zu den Kindern haben. Es gibt Alltagsgeschichten, ein Teil des Alltags sind die Kinder.

Aus dem Nähkästchen

Was mir schwerfällt, sind die Befindlichkeiten meiner Kindern, gerade die der Großen. Da wäre z.B. das Thema Enttrohnung. Bei uns war es sehr schlimm, anfangs. In einem Moment der Verzweiflung twitterte ich im Dunkeln “Das Anstrengendste am zweiten Kind ist das erste“. Im Nachhinein finde ich, dass es gemein klingt. Aber da schwingt auch mit, dass ich mich selbst sehr hilflos fühlte in dieser Situation.

Du bist nicht allein

Und dann fand ich Blogbeiträge, die mir wirklich sehr, sehr weiter geholfen haben. Ich bin nicht mehr verzweifelt, sondern habe Tipps befolgt und bin ruhig geblieben. Das hat einen Unterschied gemacht, denke ich. Zudem habe ich für meinen verzweifelten Tweet Zustimmung erhalten und mich in anderen Tweets so oft wiedergefunden, dass ich mich nicht mehr allein fühlte. Gerne würde ich auch unsere Erfahrungen zurückgeben und teilen…

Bin ich relatable?

Aber dann müsste ich doch auch die Details erwähnen, oder? Wie schlimm es für uns und vor allem für die Große war, das kann ich noch so ganz allgemein hier hinschreiben. Nicht aber die Details. Die will ich weglassen. Ist es ohne diese eine ganze Geschichte? Oh je, hat mein Text überhaupt einen Sinn, wenn sich da niemand hinein versetzen kann?

So ist der Plan

Die Frage ist eigentlich, ob es überhaupt ein Dilemma ist, in dem ich mich da befinde oder ob die Antwort nicht schon auf der Hand liegt. Im Moment tendiere ich dazu, so zu schreiben, dass ich kein zu detailliertes Bild meiner Kinder zeichne, ihnen keine Charakterzüge zuschreibe und ihre liebenswürdigen Eigenheiten außen vor lasse. Vielleicht ändert sich dieser Plan noch, das weiß ich nicht. Ich schreibe im Moment zu wenig, um ein gutes Gespür dafür zu haben.

1 Antwort

  1. Salut!

    Ich habe mich sehr gefreut etwas von dir zu lesen. 🙂

    Und nun zum Thema: Ich denke, ich würde nur so viel preisgeben wollen, wie ich später auch mit gutem Gewissen vertreten kann.

    Es wird eine Zeit geben, da kann das Kind alleine ins Internet ( oh weh, sie werden groß). Möchte ich mich damit auseinandersetzen, warum ich xy oder z thematisiert habe? Für das Kind kann es peinlich werden, so anonym ist das Internet dann doch nicht. Dennoch ist es auch ein Raum zum in Kontakt treten und ev. verarbeiten. Die Grenze ist sehr dünn, würde ich meinen.

    Persönlich würde ich nur die guten bzw. unverfänglichen Sachen niederschreiben. Könnte auf andere aber wenig authentisch wirken.

    Vielleicht hat dein Bauchgefühl auch eine Meinung dazu?!

    Liebste Grüße

Was denkst du? Lass' mir eine Antwort da! :)

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