Baby und Vierjährigem Kind gerecht werden – wie schaffe ich das?

Meine Freundin Sarah starte eine Blogparade zu einem Problem, das für mich gerade ganz schön groß ist: wie kann man mehreren Kindern gerecht werden?

Nach der Geburt der Jüngsten im Februar musste jeder erst einmal seine neue Rolle finden. Mein Partner und ich als Zweifach-Eltern und die Vierjährige als große Schwester.

Ich kann bisher nicht behaupten, dass ich beiden Kindern gerecht werde. Gerecht werden, das würde nach meiner Definition heißen, jedes der Kinder bekommt so viel Zuwendung, wie es braucht. Die Große kommt im Moment zu kurz und fordert manchmal Exklusivzeit ein, die ich ihr nicht geben kann. Sie muss mich jetzt mit ihrer kleinen Schwester teilen. Die Schwester wiederum wird nie so viel Zuwendung erhalten, wie damals die Große in ihrem Alter.

Ist diese Situation schlimm? Wird es sich bessern? Ich habe mir ein paar Wochen lang Gedanken dazu gemacht, weil ich doch oft ein schlechtes Gewissen habe und befürchte, den beiden eben nicht gerecht zu werden…

Baby und vierjährigem Kind gerecht werden
Was ist dieses “gerecht werden” und wie werde ich zwei Kindern gerecht, wenn ich selbst noch in meine Rolle als Zweifach-Mama finden muss?

Ich bin nicht alleine für die Kinder da

Der Mann verbringt jetzt viel mehr Zeit mit der Großen, die beiden machen zusammen Quatsch und toben – die Exklusivzeit, die sie bei mir nicht bekommt, verbringt sie nun mit dem Papa.
Zwei Kinder und zwei Elternteile, das passt – aber wie ist es bei Familien mit mehr als zwei Kindern? Das stelle ich mir schwieriger vor.

Kleine Mama-Häppchen

Mama und Papa erfüllen nicht die gleichen Bedürfnisse und der Wunsch nach Mama-Zeit bleibt. Im Moment löse ich es so, dass die Große mich bei kleinen Dingen des Alltags für sich hat. Wir schneiden zusammen Gemüse für das Abendessen, wir duschen zusammen oder ich bereite sie morgens auf den Tag vor, während der Papa sich um die Kleine kümmert.

Frische Luft tut uns gut

Wenn wir draußen sind, gibt es keine Langeweile oder negative Stimmung. Im Sommer ist es wunderbar im Park und die Große kann sich beschäftigen, während ich die Kleine stille. Hier fühle ich mich am ehesten so, als könnte ich beiden gerecht werden. Liegt es daran, dass beide zufrieden sind?

Prioritäten setzen

Mich stört es, wenn es zu Hause nicht ordentlich ist und überall mehr als sichtbar Dreck und Staub liegen.

In den ersten Monaten nach der Geburt der Kleinen machte ich mir darüber Gedanken, wie ich möglichst hocheffizient alle Haushaltsaufgaben bewältigen könnte und stellte Zeit- und Putzpläne für mich auf. Nach fast vier Monaten wurde mir aber klar (zugegeben, der Ischias-Schmerz half dabei): es ist nicht so wichtig, wie es hier aussieht!

Wir hatten neulich Besuch und ich habe einfach gesagt “Bei uns ist es unordentlich, wir haben nicht geputzt!”.
Ich hätte niemals nie gedacht, dass ich das mal ganz ernsthaft jemandem sagen würde (und es auch dem tatsächlichen Zustand entspricht und keine Übertreibung ist).

Der Mann und ich haben beschlossen, dass gemeinsame Zeit wichtiger ist, als Putzen.

Und auch an anderer Stelle muss ich mehr darauf achten, was mir wirklich wichtig ist, denn Zeit für mich selbst ist knapper, denn je. Es hilft mir, mich immer nur auf ein einziges
Ziel zu konzentrieren und erst etwas anderes für mich zu machen, wenn dieses erreicht ist.

Wir gehören zusammen

So schön die Zeit als Einzelkind war, jetzt ist sie vorbei. So schlimm findet das die Große nicht. Sie liebt ihre kleine Schwester und hat ein Talent dafür, diese zum Strahlen und Glucksen zu bringen.

Ich versuche den beiden gerecht zu werden mit Liebesbekundungen und Kuscheleinheiten. Die Große soll sich nicht zurückgesetzt fühlen, wenn ich in ihrer Anwesenheit der Kleinen sage, wie süß sie ist. Ich versuche, die Große (wenn sie es möchte) einzubeziehen.

Der Mann hat neulich etwas Schönes gesagt, als ich mit ihm über diese Gerecht-werden-Problematik sprach:

“Wir sind zwar nicht immer bei ihr (der Großen), aber immer für sie da.”

Ich denke, das weiß sie auch.

Auch mal (r)aushalten

Auch, wenn ich das selbst nicht gerne über mich sage, aber ich tendiere dazu, meine Kinder zu behüten. Vielleicht ist der Wunsch, die Große beschützen zu wollen, aber auch ein Hindernis für ihre Weiterentwicklung gewesen. Jetzt, wo die Zeit zum Behüten öfter fehlt, kann sie wachsen – und sie hat einen riesigen Sprung in ihrer geistigen Entwicklung gemacht!

Sie ist selbstständiger und gleichzeitig selbstsicherer geworden. Sie macht mehr Quatsch denn je und testet gründlich ihre Grenzen aus. Der Blödsinn, den sie sich jetzt so einfallen lässt, ist eine Form von Kreativität – auch wenn ich dem mit einer großen Portion Galgenhumor entgegentreten muss.

Ich schaffe es nicht, zwei Kindern gerecht zu werden, aber das wird noch.
Ich schaffe es nicht, zwei Kindern gerecht zu werden, aber das wird noch. Hoffe ich!

Und das Fazit? Ich denke, es wird besser. Gerecht werde ich den beiden nicht, aber kein Einzelkind mehr zu sein ist eine Bereicherung für die Große und die Kleine liebt und bewundert ihre große Schwester über alle Maßen. Ich habe noch kein Patentrezept gefunden, aber es hilft, die Dinge so anzunehmen, wie sie sind und sich nicht selbst unter Druck zu setzen.

3 Antworten

  1. Huhu Kabbi,
    diese Gedanken finde ich ganz wichtig: Prioritäten setzen und das nicht nur, wer zuerst schreit, sondern wie es in der Wohnung aussieht. Relative Ordnung ist meinem Mann sehr wichtig, das sorgt am wochenende schon mal für Streit…
    Ihr macht das toll. 💕
    Liebste Grüße
    Sarah

    • Hi Sarah,

      wegen Unordnung könnte ich mich zwar jederzeit hier aufregen (mache ich manchmal auch!), aber einen Streit wäre es mir im Leben nicht wert.
      <3

  2. Pingback: Auswertung:. So wird man Kindern gerecht - oder auch nicht - Mamaskind

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