Eine Kamera für’s Kind – So sieht mein Kind die Welt

Ab wann ist eine Kamera das für das Kind sinnvoll? In welchem Alter macht es welche Art von Fotos?
Ich habe mir die Fotos angeschaut, die unsere Tochter im Alter zwischen zwei und vier Jahren gemacht hat.

Kamera für zweijähriges Kind zu früh?

Mit zwei Jahren gab es für mein Kind eine Kamera (übrigens nur eine ganz alte von mir, die mittlerweile schon zwölf Jahre auf dem Buckel hat, aber immer noch funktioniert) – das war noch zu früh. Sie spielte sehr gerne damit, aber die Fotos, die eher zufällig entstanden sind, hat sie nicht absichtlich so gemacht.

Das, was ich aus diesen Fotos mitnehmen kann, ist aber der wortwörtliche Blickwinkel, den sie auf Grund ihrer Körpergröße hat.

Während wir von oben herab auf die das kleine Kindergesicht blicken, muss unser Kind erst einmal den Kopf nach oben strecken, denn ansonsten sieht sie bestenfalls Oberschenkel.

Zusätzlich waren die Fotos aus der Perspektive einer Zweijährigen ein guter Hinweis auf die vielen unordentlichen Stellen in unserem Zuhause. Man nimmt Staub ganz anders war!

Erwachsene aus Sicht eines Kleinkindes
Zwei Erwachsene oder ein Wald aus Beinen? So sehen wir aus Sicht eines Kleinkindes aus

Was fotografiert mein Kind mit drei Jahren?

Im Urlaub werden Fotos gemacht! Immer! Sonst hat der Urlaub ja nicht stattgefunden, oder?

Als unsere Tochter drei Jahre alt war, versuchte ich es noch einmal mit der Kamera, die seitdem immer als Spielzeug im Kinderzimmer hauste und auch auf Fantasie-Ausflügen immer mit dabei sein musste.

Auch wenn die Kamera weiterhin ein schönes Spielzeug für sie war und sie auch durchaus gewollt auf den Auslöser drücken konnte – so richtige Motive hat sie dabei nicht mit Absicht gewählt. Als die Große noch drei Jahre alt war, war das, was sie an Fotos “einsammelte”,  nicht so wichtig. Nur der Moment, in dem sie abdrückte, war es.

Regalfach, fotografiert von dreijährigem Kind
Ab wann kann ein Kind mit einer Kamera umgehen? Ab wann fotografiert es nicht das unterste, besonders unordentliche Regalfach?

Mit vier Jahren sehen ihre Fotos schon ganz anders aus

Lange schon waren die Batterien leer, sodass sie längere Zeit gar keine Fotos mehr machen konnte. Gestern belebte ich Ihre Kamera wieder und als wir draußen waren, konnte sie gar nicht mehr aufhören, Fotos zu machen.

Im Unterschied zu früher weiß sie jetzt genauer, was sie tut. Sie wählt bewusst Motive aus, die sie in ihrer Kamera festhalten möchte. Das Fotografieren klappt immer besser, sie weiß mittlerweile sehr genau, wo sie drücken muss, um z.B. ihre Bilder nochmal anzuschauen oder um die Video-Aufnahme zu starten.

Kind fotografiert Katze
Das Fotomotiv wird gefunden, die Kamera in Position gerückt. Bevor die Katze flüchten kann, kommt sie der Vierjährigen in die Kamera!

Das hat unser nun vierjähriges Kind mit der Kamera so alles festgehalten:

  • Verpackungsmüll im Park (sie prangert das an!)
  • Schuhe und Eiskönigin-Zeug aus einer Zeitschrift, das sie sich zum Geburtstag wünscht
  • Schwester, Mama, Papa
  • meine Armbanduhr (“Ich brauche auch eine Uhr auf meiner Kamera!”)
  • alle Ecken ihres Zimmers
  • ein Haus
  • Autos vor dem Haus
  • Tiere

Mit vier Jahren ist ihr bewusst, dass ihre Aufnahmen in der Kamera gespeichert werden. Sie weiß, dass sie die Bilder wieder auf den Bildschirm holen kann. Sie sieht das Fotografieren als “Einsammeln” von Bildern an. Noch gestaltet sie die Aufnahmen nicht, einfach drauf halten und abdrücken ist die Devise.

Jetzt, wo ich diese Zeilen schreibe und mir ihre Fotos noch einmal ansehe wird mir bewusst, wie “groß” unser Kind schon ist und wie sich der Umgang mit der Kamera verändert hat. Merken

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